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Friedrich Möller

Löschen mit der Handspritze

Friedrich Möller (85) seit 70 Jahren bei der Feuerwehr Ketelsbüttel

Von Reinhard Geschke

Wöhrden - Kein Feuerwehrmann war bisher so lange in der Wehr wie Friedrich Möller: Seit 70 Jahren ist er Mitglied bei der Ketelsbütteler Feuerwehr.

Dabei hat er mit Karl Paulsen, Wilhelm Haase, Hans Voss, Helmut Hinck und dem amtieren den Wehrführer Sönke Haase alle fünf Feuerwehr Chefs erlebt. Möller kennt auch noch die Zeiten des Feuerlöschens, als es weder Auto noch Motorspritze gab. Als Friedrich Möller zur Feuerwehr kam, war er 15 Jahre alt. „Ich hatte gerade im Frühjahr meine Schule beendet, dann kamen wir als Hitlerjungen automatisch zur Feuerwehr. Das war damals Pflicht", erinnert sich der heute 85 Jährige.

Das war im Mai 1938. Vier Jahre war er dann noch auf dem Hof seiner Eltern tätig, bis er als Soldat eingezogen wurde. Allerdings dauerte sein Einsatz als Sanitäter in Nordafrika nicht lange: „Im Mai 1943 geriet ich in amerikanische Gefangenschaft und kam im Januar 1946 wieder zurück", erzählt Möller. Anschließend engagierte sich der Landwirt wieder bei der Feuerwehr, die 1924 gegründet worden war. Doch auch nach dem Krieg war das Löschen von Bränden alles andere als eine effektive Sache. „Wir hatten nach dem Krieg eine Handspritze, die mit Pferd und Wagen zum Einsatz gefahren werden musste", sagt Möller. Zudem war oftmals noch ein Wasserwagen nötig, wenn in der Nähe kein Graben oder eine Wasserstelle war. Die Gebäude waren dann meist ohnehin nicht zu retten. „Wir haben versucht, die Nebengebäude und Nachbarhäuser vor den Flammen zu bewahren. sagt Möller. Die Ausrüstung war gleich nach dem Krieg noch von der Wehrmacht geprägt, denn als Kopfschutz dienten alte Stahlhelme in mattem Grau.

Und auch die Alarmierung funktionierte anders. Während heute ein Funkmeldeempfänger die Feuerwehrleute informiert, musste früher jemand im Notfall zur Feuermeldestelle laufen. Dort war ein Horn hinter legt, in das geblasen wurde, um so die Helfer zu benachrichtigen.

Die erste technische Neuerung gab es für die Ketelsbütteler Wehr 1950. „Damals erhielten wir eine Motorspritze, die zuerst auf einem dreirädrigen Kleinlaster der Marke Tempo zum Einsatz transportiert wurde", er zählt der Löschmeister. Anfang der 1960er Jahren gab es dann einen Anhänger, auf dem die Motorspritze zu den Einsätzen gefahren wurde.Mitte der 1960er Jahre, von 1970 bis 1974 und von 1975 bis 1986 pausierte Möller als Feuerwehrmann: Er war zuerst Bürgermeister von Ketelsbüttel und wurde nach der Eingemeindung Ketelsbüttels 1974 Bürgermeister von Wöhrden. Dennoch blieb er Mitglied bei der Wehr und besuchte die Dienstabende, wenn es ihm zeitlich möglich war. Möller war es auch, der zur Eingemeindung 1974 festschreiben ließ, dass Ketelsbüttel seine Ortswehr behalten soll. Dabei ging es ihm nicht nur um den Feuerschutz, sondern auch um das Leben im Ort. „Die Feuer wehr löscht nicht nur, sondern hilft bei der Durchführung von Festen", betont der Landwirt.

Während seiner Dienstzeit wurde 1986 das Feuerwehrgerätehaus gebaut. „Als Bürgermeister in Wöhrden hatte ich da einen schweren Stand", sagt Möller, der sich letztlich aber durchsetzte. Für seinen Einsatz für die Feuerwehr erhielt Möller zahlreiche Ehrungen, unter anderem das Feuerwehr-Ehrenkreuz in Gold und auch das Bundesverdienstkreuz.

Für seine Verdienste bei der Ketelsbütteler Wehr erhielt Möller jetzt anlässlich seines Jubiläums eine Ehrenurkunde.
(Quelle: DLZ v. 22.07.2008)